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Die Idee zum ersten NORDWIND-Festival wurde 2006 geboren. Auslöser war eine deutsch-schwedische Koproduktion zu Ingmar Bergmans „Herbstsonate“. Der Wunsch, die Erfolgsproduktion, mit der das Ensemble ein halbes Jahr deutschlandweit getourt war, noch einmal in Berlin zu spielen, gab den Anlass, Künstler aus Norwegen, Schweden, Finnland und Dänemark einzuladen, ihre aktuellen Produktionen zu präsentieren. So entstand das erste Festival, zunächst noch verhältnismäßig kleinformatig: Zehn Ensembles waren im Mai 2006 sechs Tage in der Probebühne des Theater Thikwa zu Gast; 450 Zuschauer sahen sich die ersten Gehversuche an. Die nordischen Botschaften in Berlin wurden auf diese Plattform aufmerksam und finanzierten erste Recherchereisen, um das Projekt ausbauen zu können. 2007 fand NORDWIND bereits an sechs Spielstätten in Berlin statt – im Admiralspalast, dem Ballhaus Ost, im Tacheles, im Dock 11, im Eden und in der Kulturbrauerei – 3000 Zuschauer nahmen teil. 2009 gab es acht Festivaltage mit Programm auf allen drei Bühnen des HAU mit über 4000 Zuschauern. Das HAU war dabei Spielstätte und deutscher Kooperationspartner zugleich.
Das NORDWIND Festival hat seit seiner Entstehung zahlreiche Künstler nach Deutschland gebracht und ihnen zu internationaler Bekanntheit verholfen. Das „Dorine Chaikin Institute“ des dänischen Performance Duos Signa hatte 2007 während des Festivals Deutschlandpremiere und wurde zum ersten Mal einem internationalen Publikum vorgestellt. Die Arbeit wurde zur Inszenierung des Jahres gewählt. Mittlerweile tourt Signa europaweit, für die nächsten Arbeiten 2011/2012 werden sie wiederholt ans Schauspiel Köln und zu den Salzburger Festspielen eingeladen.
Die norwegischen Skandal-Regisseure Vegard Vinge und Ida Müller eröffneten das Festival 2009 mit der vielbeachteten Inszenierung „Nora oder ein Puppenheim“. Vinge/Müller sind inzwischen ein international gefragtes Regie-Duo und bespielen für die nächsten zwei Spielzeiten exklusiv den Prater der Volksbühne Berlin.
Der finnische Regisseur Kristian Smeds gehört zu den internationalen Stars. 2009 widmete NORDWIND ihm mit fünf eingeladenen Arbeiten eine Werkschau. Seine Arbeiten wurden in Brüssel, beim Festival Theater der Welt 2010 und an den Münchener Kammerspielen gezeigt. Zudem erhielt er im gleichen Jahr den europäischen Theaterpreis 2010 in der Rubrik „Neue Realitäten im Theater“.
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